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Facebook – Wer kennt es nicht?

Autor: Hannah Reuter, FIRMENPUNKT GmbH

F8

Gerade erzählt mir eine Kommilitonin von ihrem Kollegen. Ein junger, sympathischer Mann, der in Jogginghose zur Arbeit kommt und von sich selbst behauptet immer online zu sein.

Ihre Geschichte endet mit dem Satz – man kann ja immer online sein, aber soo online?!

Was war passiert?

Der junge Mann hat sich gerade von seiner Freundin getrennt, oder wie Facebook es nennt - Die Beziehung wurde beendet. Muss ich das der Welt mitteilen? Will ich das der Welt mitteilen? All das sind Fragen, die sich der Nutzer selbst stellen muss, doch Facebook will es wissen und Facebook will in Zukunft noch viel mehr wissen.

Die Entwicklerkonferenz F8

Auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz F8 hat Facebook ein interessantes Projekt vorgestellt. Facebook will Nachrichten versenden können, ohne dass der Nutzer das Smartphone überhaupt in die Hand nehmen muss. Nein, nicht per Sprachbefehl, sondern durch das Messen von Gehirnströmen.

Der pure Gedanke "Ich muss Mama noch Bescheid sagen, dass ich zu spät zum Abendessen kommen werden." Könnte dann schon ausreichen, dass Facebook eine Nachricht an meine Mutter sendet.

Es gibt bereits Implantate, die die Stanford Universität für eine gelähmte Frau entwickelt hat. Mittels dieser Implantate, werden acht Worte pro Minute geschrieben.

Facebooks Ziel für die Allgemeinheit sind 100 Worte pro Minute. Außerdem will der Internetriese nicht auf Implantate setzen, sondern auf Sensoren auf der Haut, die "hunderttausende Male pro Sekunde auf den Millimeter genau" die Hirnströme und damit die Absichten seiner Nutzer messen, so Facebook-Managerin Regina Dugan.

100 Worte pro Sekunde? Folgt auf das Senden von Nachrichten auch das Posten von Gedanken? Müssen wir uns dann Gedanken darüber machen, was wir denken? Was ist dann möglich? Und nur weil ich denke, dass ich einem Freund, meinen Kollegen oder vielleicht sogar meiner Mutter mal kurz meine Meinung ganz unverblümt und direkt sagen will, will ich das eigentlich nicht unbedingt.

Was ist, wenn plötzlich eine Nachricht an einen Kunden geht, in der steht wie sehr mich sein unsinniges Projekt aufregt und dass seine Vorstellungen einfach unvernünftig sind, ohne beschwichtigende Erklärung?

Dugan relativiert das natürlich. Es werden nicht wahllos Gedanken gelesen und versendet, sondern lediglich die Dinge, die an das Sprachzentrum gesendet werden.

Aber das eigene Tippen oder Niederschreiben von Gedanken, hat doch den Vorteil, dass wir nochmal darüber nachdenken, es selbst lesen, löschen und ändern können. Fallen uns nun diese letzten Schritte weg, wird sich unsere Kommunikation verändern. Eine gedachte Nachricht wird impulsiver verschickt werden, als eine geschriebene. Das Wort "Vollpfosten" ist schneller gedacht als getippt und wenn sich dieses Wort in eine Nachricht an meinen Chef einschleicht, weil ich sie nicht mehr kontrolllesen wollte oder konnte, wirkt sich das höchstwahrscheinlich eher ungünstig auf unser Arbeitsverhältnis aus.

Gedankenlesen von Facebook, eine interessante Idee, deren Umsetzung noch viele Gedanken erfordern wird.

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