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Homos Deus – Gott ist tot oder fühlt sich zumindest nutzlos

Autor: Hannah Reuter, FIRMENPUNKT GmbH

Robot

Yuval Noah Hararis Buch "Homo Deus" beschreibt eine Welt wie sie in einigen Jahren aussehen könnte. Computer übernehmen Jobs. Nanoroboter schwimmen in unserer Blutbahn und überwachen unseren Gesundheitszustand. Wir erschaffen eine rein vernunftgesteuerte Welt, die durch künstliche Intelligenz gelenkt wird. Werden wir unsterblich? Wird das Leben über dem Datenschutz stehen, weil wir Systeme entwickeln, die uns besser kennen als wir uns selbst? Schaffen wir die menschliche Bewusstheit ab oder wird die Künstliche Intelligenz das Bewusstsein für uns abschaffen? Werden wir Tiere für die Roboter, die uns ersetzen werden?

Doch gehen wir einen Schritt zurück. Sascha Lobo beschreibt in seiner Kolumne diese Woche, dass Technologie bislang unter drei Voraussetzungen Probleme gelöst hätte:

  1. Der Mensch hat das Problem erkannt.
  2. Der Mensch hat eine theoretische Lösung erarbeitet.
  3. Und der Mensch hat diese Lösung in die Form einer Maschine gebracht.

Nehmen wir als Beispiel die Geschirrspülmaschine. Eine Tages dachte sich ein eifriger Tüftler beim Spülen des Geschirrs wahrscheinlich, dass runzlige Hände ziemlich hässlich aussehen und mühsam ist es auch noch das Geschirr der gesamten Großfamilie zu spülen. Dieser eifrige Tüftler war Josephine Cochrane. Eine US-Amerikanerin, die aus einer ganzen Familie voller Erfinder entstammte. In Wahrheit hat sie nicht selbst gespült und sich auch eigentlich nur darüber geärgert, dass ihre Angestellten beim Spülen zu viel Geschirr zerbrachen, deswegen hat sie sich mit der Idee einer automatischen Maschine befasst, in der das Geschirr sauber wird und heil bleibt.

Ihr Großvater, John Fitch, hat im Übrigen das erste betriebstüchtige Dampfschiff konstruiert.
Aber zurück zu Josephine:

Spülmaschine 1917
  1. Sie hatte ein Problem – Ihre Angestellten zerbrachen zu viel Geschirr während des Spülens.
  2. Sie erarbeitete eine theoretische Lösung aus den "Faktoren Zeit, mechanische Energie, Temperatur und Chemie", so zumindest Wikipedia.
  3. Und anschließend brachte sie diese Faktoren in Einklang und baute sie einen Kasten drum herum. Fertig ist die Maschine, die unser Geschirr spült ohne es zu zerstören.

Von Keith's Magazine - Keith's magazine on home building, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=28794253
Seit 2016 braucht allerding nicht mehr der Mensch ein Problem zu erkennen, sondern die Maschine tut dies für uns. Auch braucht der Mensch keine theoretische Lösung mehr zu finden, sondern selbst das erledigt die Maschine.

Das einfachste Beispiel dafür ist die neue Übersetzungstechnik des Google Translaters. Google Translate erkannte eigenständig, dass die Übersetzung von Französisch nach Englisch suboptimal und fehlerhaft ist. Deshalb entwickelte das Programm eine Lösung – eine neue Sprache, die sowohl aus englischen als auch aus französischen Fragmenten besteht und so als Zwischenschritt kompatibler für die Übersetzung ist.

Auch Facebook nutzt künstliche Intelligenz um Menschen, die möglicherweise suizidgefährdet sind zu erkennen und ihnen Hilfe zukommen zu lassen. Dabei erkennt das Programm Muster in der Wortwahl der Betroffenen und nutzt diese Muster um eine Diagnose zu tätigen. Sollte die Diagnose mal nicht zutreffen, lernt die Software eigenständig Muster im ursprünglichen Muster zu erkennen und speichert diese. Dadurch wird die Treffsicherheit der Software immer genauer.

Künstliche Intelligenz schreibt also praktische künstliche Intelligenz und lernt eigenständig ohne das Zutun von Menschen. Dabei tritt die Frage nach einer Erklärung für die Entscheidung der Maschine in den Hintergrund. Die Maschine handelt so logisch, dass wir ab einem bestimmten Punkt dieses Handeln nicht mehr in jedem Schritt nachvollziehen können.

Sascha Lobo beendet seine Kolumne, die weniger düster ist als Hararis "Homos Deus" mit dem Satz "Aber wie wäre es, wenn man künftig als "potenziell kriminell" geflaggt würde?", weil die Maschine so anhand der Daten entscheidet und sorgt so für einen faden Beigeschmack zu einem spannenden Thema der menschlichen Entwicklung.

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