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Die neue WhatsApp-Regelung

Autor: Hannah Reuter, FIRMENPUNKT GmbH

Als WhatsApp vor zwei Jahren von Facebook gekauft wurde, haben es viele Nutzer bereits geahnt – Bald gehen meine Daten direkt von WhatsApp auch an Facebook über.

Was vor zwei Jahren noch stets verneint wurde, um den Kauf abschließen zu können, wird nun Alltag werden. Der Datenaustausch zwischen beiden Diensten wird zukünftig vermehrt stattfinden. Die entsprechenden Behörden versichern, dass selbst wenn diese Regelung bereits zur Zeit des Verkaufes bestanden hätte, dieser legal durchführbar gewesen wäre. Gerüchte dahingehend dementiert die Behörde.

Für Nutzer beider Dienste stellt die neue Regelung wohl das kleinere Problem dar. Wer aber bislang nur WhatsApp genutzt hat oder keines der beiden Netzwerke wird spätestens seit wenigen Wochen verärgert sein, denn WhatsApp sammelt nun für Facebook Namen und Telefonnummern aus dem eingespeicherten Kontaktbuch.

Warum macht WhatsApp das?

Wie in vielen Fällen, in denen der Datenschutz leidet, dient auch diese neue Regelung unter anderem dazu personalisierte Werbung schalten zu können. Eine persönliche Ansprache wirkt eben professioneller als die ewiggleichen Banner, Videos oder Bilder.

Auch um an genauere Nutzer-Statistiken zu gelangen, sollen die Daten geteilt werden. Nach Angaben von WhatsApp, soll so effektiver gegen Spam-Nachrichten vorgegangen werden.

Aber mal ehrlich, wer die Facebook-App nutzt, gibt bereits seit langer Zeit seine Kontakte preis. Zumindest solange dies nicht manuell ausgeschaltet wurde, denn auch die App nutzt eine Einstellung namens „ Kontakte fortlaufend hochladen“. Diese Einstellung wird genutzt, um den Usern optimierte Freunde-Vorschläge zu unterbreiten.

Aber das sind nicht die einzigen Daten, die Facebook zieht, auch Anruflisten, SMS und Bilder können dauerhaft synchronisiert werden.

Das einzige was dagegen hilft, wenn man die App nicht deinstallieren will, ist ein regelmäßiger Blick in die App-Einstellungen. Ja, Facebook läuft auch ohne die ständige Synchronisierung unserer Daten. Wodurch allerdings Facebook nicht mehr richtig läuft, ist durch die Deinstallation des Messengers. Und auch der sammelt Kontakte und den eigenen Anruf- und SMS-Verlauf.

Auszuschalten ist diese Funktion unter dem Menüpunkt „Personen“ in den Einstellungen des Messengers.

Um zu verhindern, dass WhatsApp die Nutzerdaten weitergibt reicht es das entsprechende Häkchen in den Einstellungen innerhalb der ersten 30 Tage zu entfernen. Allerdings gilt dies nur für Bestandskunden. Wer ein neues WhatsApp-Konto eröffnet, stimmt automatisch der Datenweitergabe zu.

Dennoch bleibt das mulmige Gefühl von Nicht-Facebook-Nutzern bestehen. Wer weiß schließlich ob die eigenen Freunde das Häkchen entfernt haben? Und was passiert, wenn ich meine Nummer nun jemandem gebe, der gerade erst WhatsApp installiert hat?

Also zuerst passiert mal gar nichts.
Da WhatsApp weiterhin werbefrei bleibt, bekommt dieser Nutzer dann weder personalisierte Werbung angezeigt, noch Vorschläge an Freunden. Trotzdem ist die Nummer nicht ganz wertlos für die beiden Unternehmen, denn WhatsApp möchte in Zukunft einen Dienst testen, der es Unternehmen ermöglicht Nutzer direkt über WhatsApp anzusprechen.
Wie genau der Dienst aussehen wird, steht allerdings noch nicht fest.

Im Großen und Ganzen lässt sich sagen, dass die neue Funktion wieder nur dazu dient unsere Daten abzugreifen und zu analysieren.

Allerdings gehört unsere Telefonnummer garantiert zu den meist abgegriffenen Daten und auch, wenn es nicht schön ist, ist es Alltag. Ob diese Funktion nun auch zu WhatsApp hinzugefügt wird oder nicht spielt da wohl eher nur noch eine untergeordnete Rolle, sofern unsere Nummern nicht irgendwo ohne Zustimmung veröffentlich wird.

Ihre FIRMENPUNKT GmbH.