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Offene WLAN-Hotspots sind jetzt bald möglich - Danke, Koalition

Autor: Hannah Reuter, FIRMENPUNKT GmbH

Wenn ich in meiner kleinen Studentenbude sitze und mir die WLAN-Netzwerke meiner Nachbarn anschaue, fallen mir gravierender Unterschiede bezüglich der Namen der Netzwerke auf. Es gibt die Standardnamen à la "FritzboxXYZ123" und "EasyboxABC789". Abhängig davon wo ich mich in meiner Wohnung befinde, kann ich sogar das WLAN des Studierendenwohnheims empfangen. Allerdings würde ich nicht darüber schreiben, wenn das schon alles wäre. Ein besonders witziger Nachbar hat tatsächlich sein "USEYOUROWN" genannt, also zu Deutsch "Benutze dein eigenes".

Und damit sind wir bei meinem Thema angelangt  Diese Woche hat die Koalition die rechtlichen Hürden für öffentliche WLAN-Hotspots betrieben von Privatpersonen gekippt.

Doch warum gab es solche Hürden überhaupt? 

Der Grund ist eigentlich ganz einfach. Stellen Sie sich vor, jemand, der vor Ihrem Geschäft steht loggt sich in Ihr WLAN ein und lädt dann z.B. illegale Musik herunter. Bislang hätten Sie selbst dafür aufkommen müssen, denn Sie haben dem Fremden auf der Straße überhaupt erst ermöglicht, die Musik zu downloaden. Das nennt man Störerhaftung und ist der Grund dafür gewesen, dass man sich in Cafés oder Hotels zum Surfen anmelden musste.

Warum wird die Störerhaftung nun abgeschafft?

In Deutschland kamen bislang nur 1,8 offene WLAN-Hotspots auf 10.000 Bürger. Hingegen gibt es in Südkorea 37 und in England 29 offene Hotspots auf 10.000 Bürger. Kommen die Deutschen nun einfacher und überall kostenlos ins Internet, so erhofft sich zumindest die Politik, dass der Internetmarkt weiter wächst.

Gegenstimmen

Negative Stimmen hingegen kommen aus der Film- und Musikindustrie. Diese befürchten nun erhebliche Einnahmeeinbußen durch illegale Downloads. Erst nach zwei Jahren soll überprüft werden, ob es tatsächlich zu mehr Urheberrechtsverletzungen gekommen ist. Das erklärt zumindest der netzpolitische Sprecher der SPD, Lars Klingbeil.

Um einen Teilnehmer vom öffentlichen WLAN auszuschließen, muss künftig ein Gerichtsbeschluss ergehen. Dies sei allerdings aufwendig und könnte kostenintensiv ausfallen und sei deswegen nur in Einzelfällen zu erwarten.

Mein kurzes Fazit

Offene WLAN-Netze bieten erheblichen Komfort, besonders für Reisende aus dem Ausland. Aber auch für mich als Studentin sind öffentliche Hotspots  von Vorteil, da sich dadurch der mobile Datenverbrauch senken lässt. ;-)

Ihre FIRMENPUNKT GmbH.