Firmenpunkt GmbH

Gehen lernen dank Computerchip

Autor: Hannah Reuter, FIRMENPUNKT GmbH

Robotik ist doch etwas Schönes!

Plötzlich können Autos von alleine fahren, wir brauchen nie wieder selbst zu kochen oder gar zu staubsaugen. Was für uns schon angenehm klingt, wird in einigen Jahren für manche von uns noch besser klingen.

Denn besonders in der Medizin werden Roboter und Technik generell nicht nur eingesetzt um uns das Leben zu erleichtern, sondern um uns auch Fähigkeiten wieder zu schenken, die uns entweder verloren gegangen sind oder, die wir nie erlernt haben.

So ist es z.B. erstmals Forschern in der vergangenen Woche gelungen einen querschnittsgelähmten Schimpansen, dank Neurotechnologie, wieder gehen zu lassen.

Das Team um den Experten in Experimental Medizin Grégoire Courtine schaffte es mit Hilfe elektrischer Impulse die Unterbrechung im Nervenstrang zu umgehen und so die gelähmten Muskel im Bein zu stimulieren. Dadurch war es dem Schimpansen möglich ohne äußerliche Hilfsmittel oder Prothesen zu laufen.

Vereinfacht dargestellt funktioniert diese komplizierte Technologie in etwa so - In das Bewegungszentrum des Patienten, auch Motorkortex genannt, werden circa 100 Elektroden implantiert. Diese messen die vom Hirn erzeugten Signale, die eigentlich das Bein erreichen sollten. Per Funk leiten die Elektroden die Signale an einen Computer, der diese in elektrische Impulse umwandelt. Die Impulse werden wiederum per Funk an einen Impulsgeber, ein kleines, flaches Kästchen unterhalb der Verletzung, gesendet, der die gelähmten Muskeln stimuliert und die gewollte Bewegung anregt. Das Bein bewegt sich und der Patient kann wieder laufen ohne jahrelange Physiotherapie.

Das klingt zu schön um wahr zu sein? Ja, noch funktioniert das alles bei Menschen nur theoretisch, aber es wurde bereits ein erster Schritt in die richtige Richtung gemacht: Wenn auch noch ohne Hirnimplantat, läuft derzeit eine Machbarkeitsstudie, die den therapeutischen Nutzen der elektrischen Stimulation ückenmarks bei Gelähmten überprüft.

Allerdings werden wohl noch einige Jahre ins Land ziehen, bis die Chirurgie soweit ist, dass die gefährliche Operation am Bewegungszentrum des Hirns stattfinden kann. Zudem würden die implantierten Elektroden mit der Zeit verwachsen, so dass das gesendet Signal im schwächer wird.

Nichtsdestotrotz, ist es eine Innovation, dass mittels einer drahtlosen Gehirn-Rückenmarks-Schnittstelle Bewegungsfähigkeit wieder hergestellt werden kann und das ohne äußere Kabel oder Prothesen.

Wir dürfen also gespannt sein, wie sich die Medizin in Zukunft weiter entwickeln wird und welchen Einfluss die Technik dabei haben wird.

Ihre FIRMENPUNKT GmbH.