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Unsere Smartphones - Unsere Liebe

Autor: Hannah Reuter, FIRMENPUNKT GmbH

Wir stehen vor dem Kino. Die Karten haben wir in weiser Voraussicht schon den Abend zuvor gekauft. Doch wo bleibt Nadja? Mein Smartphone klingelt. Nadjas Bus steckt noch im Dubliner Abendverkehr fest. Na gut, dann warten wir noch ein bisschen. Nach einer weiteren halben Stunde beschließen wir doch schon einmal rein zu gehen, Cola und Popcorn zu kaufen und auf unseren Plätzen weiter zu warten. "Schreibst du ihr schnell?", frage ich Linda noch draußen, während ich selbst ganz vertieft in mein Handy einige Nachrichten tippe. Linda nimmt ihr Smartphone und beginnt zu tippen. Plötzlich geht alles ganz schnell. Von hinten kommt ein Fahrradfahrer angeschossen, fährt um mich herum und zieht Linda ihr Handy ohne große Mühe aus der Hand heraus. Er gibt Gas, fährt über die Fußgängerampel, die in dem Moment auf Rot umspringt und verschwindet im Stadtverkehr.

Zurück bleiben zwei geschockte Auslandsstudentinnen, die jetzt ein Smartphone weniger haben. Es folgt ein Marathon von Telefonaten mit der Polizei, dem entsprechenden Mobilfunkanbieter und den Eltern gefolgt von dem Passwort-ändern-Triathlon.

Erste Disziplin -  Welche Apps habe ich alle auf meinem Smartphone.
Zweite Disziplin – Wie waren eigentlich meine ursprünglichen Daten?
Dritte Disziplin – Welches Passwort nehme ich denn jetzt?

Erst als die erste Stunde verstrichen ist, fallen Linda nach und nach Dinge ein, die jetzt unwiederbringlich weg sind. Die Bilder aus den ersten vier Wochen, die wir hier gemeinsam in Irland verbracht haben, das Videotagebuch für unsere Kommilitonen und natürlich auch die ganzen Nachrichten. Plötzlich scheint die Cloud als Speicherplatz eine echte Alternative darzustellen.

Auch mir wurde erst durch diesen Rüttler bewusst wie viele Daten wir unseren kleinen Helfern anvertrauen. Sind es nun die gespeicherten Kontakte oder doch das Amazon Konto das per App immer ohne Passwort erreichbar ist. Die Bankdaten, die mal eben in die App der Hausbank eingespeichert werden oder doch der eingescannte Personalausweis, der der E-Mail an die irische Universität angehängt wurde.

Wer unser Smartphone hat, weiß so einiges über uns oder kann es zumindest mit etwas Geschick herausfinden.

Der einzige Schutz dagegen ist wohl solche Sachen erst gar nicht auf dem Handy zu speichern und die Daten, die auf dem Handy liegen wie Bilder, Nachrichten etc. regelmäßig auf andere Geräte zu übertragen.

Doch die App für's Onlinebanking ist so schön praktisch und immer im Browser amazon.com aufzurufen nervt auf Dauer auch eher, als dass es nützen würde. Alles verständlich, doch im Eigeninteresse sollte man wenigstens eine App installieren, die zumindest die wichtigsten Apps mit Passwörtern verschlüsselt.

So habt ihr im Falle des Falles mehr Zeit und könnt die Polizei alarmieren bevor ihr beginnt Passwörter zu ändern, dann kommt einem auch die Wartezeit kürzer vor.

Aber alles in Allem gilt wohl das Prinzip "Vorsicht ist immer besser als Nachsicht".

Füttert eure Smartphones nur mit den notwendigsten Informationen und denkt auch mal zwischen durch dran Apps zu löschen, die ihr nicht mehr unbedingt auf eurem Smartphone benötigt.

Ihre FIRMENPUNKT GmbH.