Firmenpunkt GmbH

5G-Internet | Der LTE Nachfolger

Autor: Hannah Reuter, FIRMENPUNKT GmbH

Bereits 10 Jahre nach der Einführung des 4G-LTE-Standards soll 2020 das 5G-Internet für erste Endkunden angeboten werden, mit dem Ziel eines weltweit einheitlichen Standards.

Pionier und führendes Unternehmen in der 5G-Forschung ist der chinesische Mobilfunkanbieter Huawei, der bereits kurz nach der Einführung des 4G-Standards erste Grundsteine für den Netzausbau hin zu 5G legte. Bis 2018 will der Konzern umgerechnet 534Mio.€ in die Entwicklung investieren und mit allen namenswerten Netzprovidern zusammenarbeiten um 2019 erste Pilotnetze schalten zu können.

Vorteile des 5G-Internets
Laut Huawei soll die Datenübertragungsrate 100-mal höher sein als im LTE-Standardnetz. Außerdem wartet 5G mit sehr geringen Latenzzeiten auf (Latenzzeiten sind die Reaktionszeiten innerhalb derer durch Mobilfunk-Signale Aktionen ausgelöst werden), was bedeutet ein Ping wird innerhalb einer Millisekunde ausgeführt. Die Kapazität des Netzes liegt um ein Tausendfaches höher und weltweit können 100Mrd. Mobilfunkgeräte gleichzeitig angesprochen werde. Dabei hat man nur 1/1000 des heutigen Energieverbrauchs pro übertragenes Bit. Ein weiterer Vorteil ist der um 90% geringere Stromverbrauch je Mobildienst.
Also zusammengefasst bietet 5G ein Vielfaches der heutigen Übertragungsrate und kann pro Zelle mehr Nutzer versorgen. Bei geringerer Reaktionszeit hat man ebenfalls einen geringeren Stromverbrauch.
Über 5G könnte ein Standardfilm 625-mal schneller geladen werden. Dies entspricht fast Echtzeit und ist heute noch schwer vorstellbar.

Die Schattenseite von 5G
Doch durch 5G warten immense Kosten auf die Netzbetreiber. Nach heutiger Forschung sind Glasfaserkabel oder ein Richtfunknetz an jedem Sendemast nötig um die Übertragungsraten zu garantieren. Das bedeutet, dass für den Netzausbau eine Hochleistungsanbindung die Grundlage ist.
Außerdem ist für 5G ein weithöherer Frequenzraum nötig, von den heutigen 3,5GHz auf 300GHz. Dies hat den Vorteil, dass mehr Daten pro Zeiteinheit übertragen werden können, aber die Reichweite darunter leidet, so dass tausende Funkzellen angebunden werden müssen.

Ist 5G nötig?

5G

Seit 2004 ist die maximale Übertragungsrate von 0,384MBit/s auf 300MBit/s im LTE-Advanced-Netz angestiegen. Durch die höheren Übertragungsraten ergeben sich neue technologische Möglichkeiten, wie z.B. in den letzten Jahren die hochauflösende Videotelefonie oder das mobile Fernsehen.
Mit Blick auf diese Entwicklung ist eine gewünschte und nötige Übertragungsrate von 10.000MBit/s vorstellbar.
Besonders in der Industrie wird diese Entwicklung begrüßt, da sie die Kommunikation zwischen den Maschinen durch Sensoren vorantreibt.
Doch nicht nur in der Industrie wird die Kommunikation zwischen Maschinen immer wichtiger. Der schwedische Netzwerkausrüster Ericsson geht bis 2020 von über 50mrd vernetzten Dingen aus.
Durch 5G sind selbstfahrende Autos vorstellbar, ebenso wie ein von Ericsson bereits im Miniaturformat demonstriertes Verfahren zum Verladen von Containern auf Schnellzüge. Durch einen Touchscreen befiehlt ein Mitarbeiter einem Zug zwei bestimmte Container im Containerterminal abzuholen. Dort angekommen werden diese vollautomatisch durch einen Greifarm auf den Zug gesetzt und dieser bringt die Container schließlich zum gewünschten Ziel.
Ferngesteuerte Maschinen wie Bagger sind weiter potentielle Szenarien.
Auch in der Medizin wäre 5G einsetzbar um Reaktionszeiten zu verringern.

Fazit
5G bietet viele interessante Aspekte, die große Vorteile in Industrie, Medizin und auch im Privaten mit sich bringen, allerdings ist die Einführung bis 2020 sehr optimistisch. Auch bei der Einführung des 4G-LTE-Standardnetzes lagen die Netzprovider bei ihren Schätzungen zwischen 2 und 3 Jahren daneben, so dass ebenfalls bei der 5G Einführung, die mit erheblichem Aufwand verbunden ist, auch mit Verzögerungen gerechnet werden kann.

Ihre FIRMENPUNKT GmbH