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Ein Tag auf der CeBit - Informationstechnik ohne Ende

Autor: Hannah Reuter, FIRMENPUNKT GmbH

Das „Centrum für Büroautomation, Informationstechnologie und Telekommunikation“, oder kurz die CeBit, in Hannover ist laut Stern die „weltweit größte Messe für Informationstechnik“. In diesem Jahr steht sie mit ihren mehr als 4000 Ausstellern unter dem Motto „d!conomy“. Gemeint ist damit die Digitalisierung unserer Welt und deren Auswirkungen das „Internet der Dinge“ zu realisieren. Was es dort Interessantes gibt und wie sich ein Tag dort anfühlt, lesen Sie im heutigen Newsletter.

Um kurz vor 6 klingelte der Wecker. Nach einem kurzen Frühstück und der Suche nach den Eintrittskarten ging es in Richtung Norden zur CeBit nach Hannover. Es folgten fünfeinhalb Stunden Autofahrt vom beschaulichen Saarland zur Messestadt. Endlich angekommen wurden schnell die Hallen und Hersteller ausgemacht, die es unbedingt zu sehen galt. Also auf zu Halle 4.

Hier präsentierten sich Microsoft und die Telekom in Kooperation mit Samsung von ihren besten Seiten. Keine 30 Sekunden konnte man eines der beeindruckenden Geräte testen, ohne dass die Vorteile erklärt oder ein Getränk angeboten wurde. Doch wirkliche Innovationen suchte man hier vergeblich. Microsoft stellte sein neues MS 10 vor, die Telekom zeigte unterschiedliche Beispiele zur Vernetzung in Unternehmen (unter anderem an Gilette) und machte den Besuchern spielerisch in einer Art Rennautosimulation den Unterschied zwischen 4G bzw. LTE und LTE Max sichtbar (was es mit LTE Max auf sich hat erklärt die Telekom anschaulich in diesem Video: https://www.t-mobile.de/business/lte-plus/lte-plus/0,26343,28561-_,00.html).

Weiter zu Halle 6. Hier warteten viele unbekannte Firmen mit mehr oder weniger komplizierten Lösungen zur Internetsicherheit und wenig Interesse der deutschen Aussteller an den Besuchern, sodass der Aufenthalt dort sich lediglich auf das Durchrennen und vergebliche Umschauen nach etwas Interessantem beschränkte.

Wirklich interessant wurde es dann in Halle 9. Der Name klang vielversprechend: „Research & Innovation“.
Hier präsentierten nicht nur Teilnehmer und Sieger des CeBit Innovation Award, wie die E-Mail-Verschlüsselungs-App „M“, der Firma Mynigma (weitere Informationen finden Sie auf der Homepage: www.mynigma.org/de), sondern auch Universitäten und Hochschulen hatten einiges zu bieten. So z.B. das Smartbike der TU Berlin, welches Ihnen erlaubt virtuell durch jede beliebige Stadt zu radeln, sofern diese bei Google Streetview vertreten ist.
Der eindeutige Vorteil des Fahrrads im Wohnzimmer: Die Verletzungsgefahr im Straßenverkehr ist immerhin ausgeschlossen und mit der App „CLOG“, ebenfalls von der TU Berlin, lassen sich die Trainingseinheiten erfassen und auswerten.
Doch in Berlin ist nicht die einzige TU, die was zu bieten hat. Auch die TU Kaiserslautern hinterlässt mit ihrer Idee Magnonen statt Elektronen in der Datenverarbeitung zu nutzen, dadurch eine höhere Geschwindigkeit und einen geringen Energieaufwand zu erzielen, bleibenden Eindruck. (Mehr über den Magnotransistor erfahren Sie hier: http://www.uni-kl.de/aktuelles/news/article/physiker-entwickeln-1/)
Als dritte TU zeigte sich Clausthal von seiner besten Seite. Die jungen Studierenden stellten ihren elektrischen Rennwagen für die Formula Student Electric vor und begeisterten neben dem Elektromotor auch mit schickem Design. (Bilder und Informationen gibt es hier: http://www.gvr-clausthal.de/index.php/de/)

Auch der Messestand der „Metropolregion Hannover Braunschweig“, unterstützt durch die Bundesregierung, konnte mit Elektromotoren punkten. Neben dem oft gesehenen Elektroauto zeigten sie einen E-Bus und ein E-Motorrad.
In Halle 12 wurde man ansonsten von Servern in jeglichen Größen erschlagen und auch die eine oder andere Drohne ließ sich bestaunen.

Kurz vor Ende des spannenden, aber langen Nachmittags liefen wir durch die Abendsonne in Halle 16 und 17. Betitelt wurden diese beiden Hallen mit „Global Sourcing Area“. Hier war es den Messebesuchern gestattet, sich mit reichlich Elektronik aus den 70 Ausstellerländern einzudecken. Von Tablets über Bluetooth Lautsprecher und Kopfhörer bis hin zu kitschigen, modernen oder edlen Smartphone-Hüllen war alles vertreten.

Circa 1 Stunde vor dem Schließen der Messe sitze ich im Zug Richtung München. Überladen mit Informationen und neuen Eindrücken versuche ich das Wichtigste, das Spannendste und das Überraschendste von all dem anderen zu trennen und stelle ernüchternd fest: Die CeBit ist zwar ein Ort, an dem man als Privatperson mal einen oder zwei freie Tage verbringen kann, doch den Wow-Effekt erlebte ich nur in Gedanken, wenn ich von draußen in eine der Hallen ging und mir mein „Wow, ist das hier heiß drin!“ nicht verkneifen konnte.
Aber um das Ganze zu relativieren: Als Fachkunde, der ein tatsächliches Interesse an der Verbesserung seiner Server-, Internet- oder Unternehmensleistung hat, gestaltet sich die CeBit wohl als Paradies der Informationen und möglichen Lösungsansätze, da sie sich seit 2014 komplett auf Businesskunden ausgerichtet hat.
Also hängt die Frage danach, ob sich der CeBit-Besuch rechnet von der Intention des Besuchers ab. Aber es lohnt sich auf jeden Fall, sich das Treiben auf einer solchen Fachmesse anzuschauen.

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